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Vaterschaftsanerkennung und Zustimmungserklärung

13.12.2019 - Artikel

Vaterschaftsanerkennung

Wenn der Vater zum Zeitpunkt der Geburt eines Kindes nicht mit der Mutter verheiratet ist, muss er die Vaterschaft anerkennen, um rechtlicher Vater des Kindes zu werden. Wenn Sie die Vaterschaft zu einem Kind, das in Frankreich geboren wurde, anerkennen möchten, dann können Sie die Vaterschaftsanerkennung vor der zuständigen französischen Behörde (Mairie) in Frankreich erklären. Die Anerkennungserklärung des Vaters vor den zuständigen französischen Behörden gilt dann grundsätzlich auch für Deutschland. Bitte beachten Sie aber, dass in einigen Fallkonstellationen noch eine Zustimmungserklärung der Mutter notwendig sein kann, damit auch im deutschen Rechtsbereich ein rechtliches Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Vater und dem Kind entsteht!

Zustimmungserklärung zur Vaterschaftsanerkennung

Im deutschen Recht ist eine wirksame Vaterschaftsanerkennung nur möglich, wenn die Mutter der Vaterschaftsanerkennung zustimmt. Es gibt Länder, deren Rechtssysteme eine solche Zustimmung des Kindes oder der Kindesmutter zur Vaterschaftsanerkennung hingegen nicht kennen (z.B. Frankreich). Ob eine Vaterschaftsanerkennung für den deutschen Rechtsbereich auch ohne Zustimmungserklärung wirksam ist, bestimmt das deutsche internationale Privatrecht (auch „Kollisionsrecht“; Es bezeichnet das Recht, welches bestimmt, welches Recht aus deutscher Sicht zur Anwendung kommt, wenn ein Fall mit Bezug zu den Rechtssystemen mehrerer Staaten vorliegt.). Im deutschen Kollisionsrecht gibt es einen sogenannten Zustimmungsvorbehalt (Art. 23 EGBGB). Dieser bestimmt, ob eine Zustimmung zur ausländischen Vaterschaftsanerkennung im internationalen Kontext erforderlich ist, damit diese ausländische Vaterschaftsanerkennung auch im deutschen Rechtsbereich wirksam wird. Dabei gibt das deutsche Kollisionsrecht die Frage, ob eine Zustimmung zur Vaterschaftsanerkennung notwendig ist, an das Recht der Staatsangehörigkeit des Kindes ohne die / vor der Vaterschaftsanerkennung weiter. In der Regel ist dies (auch) die Staatsangehörigkeit der Mutter.

  • Bei folgenden Staatsangehörigkeiten der Mutter ist eine Zustimmungserklärung zur Vaterschaftsanerkennung erforderlich (nicht abschließend): deutsch, italienisch, kamerunisch, kongolesisch, russisch, ...
  • Bei folgenden Staatsangehörigkeiten der Mutter ist eine Zustimmungserklärung zur Vaterschaftsanerkennung nicht erforderlich (nicht abschließend): französisch, österreichisch, schweizerisch, senegalesisch, …

Die Zustimmungserklärung muss in der Botschaft bzw. im Generalkonsulat vorbereitet und beurkundet werden. Nehmen Sie hierfür bitte über die Mailadresse abhängig von Ihrem Wohnsitz in Frankreich mit der Botschaft Paris (familie3@pari.diplo.de) bzw. mit dem Generalkonsulat Marseille (info@marseille.diplo.de) oder dem Generalkonsulat Straßburg (info@strassburg.diplo.de) Kontakt auf, um einen Termin zu vereinbaren. Die Beurkundung der Zustimmungserklärung kann nicht vor einem deutschen Honorarkonsul oder einer deutschen Honorarkonsulin erfolgen. Die Beurkundung der Zustimmungserklärung ist kostenlos. Die erforderlichen Unterlagen können Sie der Liste unter diesem Text entnehmen.

Eine deutsche Mutter bringt in Frankreich ein Kind zur Welt. Der französische Vater ist mit der Mutter nicht verheiratet und erkennt die Vaterschaft deshalb in Frankreich vor dem zuständigen Standesbeamten an.

Ohne die Vaterschaftsanerkennung ist das Kind nur mit der Mutter verwandt und hat deshalb auch nur die deutsche Staatsangehörigkeit. Das deutsche Recht entscheidet also, ob eine Zustimmung erforderlich ist. Das deutsche Recht sieht eine Zustimmung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung vor. Die Zustimmungserklärung der Mutter ist also erforderlich, damit die Vaterschaftsanerkennung auch im deutschen Rechtsbereich wirksam ist.

Eine französische Mutter bringt in Frankreich ein Kind zur Welt. Der deutsche Vater ist mit der Mutter nicht verheiratet und erkennt die Vaterschaft deshalb in Frankreich vor dem zuständigen Standesbeamten an.

Ohne die Vaterschaftsanerkennung ist das Kind nur mit der Mutter verwandt und hat deshalb ohne die Vaterschaftsanerkennung auch nur die französische Staatsangehörigkeit. Das französische Recht entscheidet also, ob eine Zustimmung erforderlich ist. Das französische Recht kennt die Zustimmung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung nicht. Deshalb ist die Vaterschaftsanerkennung des deutschen Vaters in Frankreich auch ohne Zustimmung der Mutter für den deutschen Rechtsbereich wirksam. Liegt eine für den deutschen Rechtsbereich wirksame Vaterschaftsanerkennung vor, erwirbt das Kind in der Regel automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit durch Abstammung von einem deutschen Elternteil.

Alle erforderlichen Dokumente und Unterlagen sind im Original oder in beglaubigter Kopie (mit originalem Beglaubigungsvermerk einer deutschen Stelle) bei Ihrem Termin vorzulegen. Fremdsprachige Urkunden müssen von einer vereidigten Übersetzerin oder einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt werden. Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden können auch auf mehrsprachigen Vordrucken ausgestellt werden. Eine Übersetzung entfiele insoweit. Auf unserer Internetseite finden Sie Informationen zur Beschaffung von Personenstandsurkunden aus Frankreich und Deutschland.

  1. Geburtsurkunde des Kindes als „copie intégrale d’acte de naissance“ mit Übersetzung ins Deutsche von einem vereidigten Übersetzer oder einer vereidigten Übersetzerin (Eine mehrsprachige Geburtsurkunde genügt nicht, da aus ihr die Vaterschaftsanerkennung nicht ersichtlich ist.)
  2. Geburtsurkunde der Mutter
  3. Geburtsurkunde des Vaters
  4. gültiges Ausweisdokument des Vaters
  5. gültiges Ausweisdokument der Mutter
  6. Wohnsitznachweis der Eltern (aktuelle Strom-, Gas- oder Wasserrechnung mit dem Namen wenigstens eines Elternteils im Adressfeld)
  7. Angaben zum aktuellen oder letzten Wohnsitz in Deutschland der betreffenden Person(en) (z.B. Abmeldebescheinigung oder Meldebescheinigung)
  8. ggf. gültiger Aufenthaltstitel für Frankreich (nur erforderlich, wenn Vater oder Mutter nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz haben)
  9. ggf. Angaben und Dokumente zu Vorehen der Mutter und deren Auflösung (bspw. Scheidungsurteil / Bescheinigung gem. Art. 39 EU-EheVO oder Sterbeurkunde des ehemaligen Ehepartners)

Diese Auflistung ist unter Umständen nicht abschließend. Im Einzelfall können zusätzliche Unterlagen bei Antragstellung erforderlich sein.

Die Beurkundung einer Erklärung im Zusammenhang mit einer Vaterschaftsanerkennung ist kostenlos.

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